Bürgerenergie & Wärmewende
Worum es geht
Die Energiewende ist nicht mehr aufzuhalten. Viele fragen sich, was das konkret für ihr Haus, ihre Nebenkosten und ihre nächsten Investitionen bedeutet. Regeln wirken komplex und ohne klare Orientierung entstehen Unsicherheit, Widerstand und das Gefühl: »Das passiert mit uns – nicht mit uns zusammen.«
Erträge aus Photovoltaik, Wind, Netzbetrieb und Wärme fließen heute oft an überregionale Akteur:innen ab. Vor Ort bleibt das, was auf und in den Boden gebracht wird – die Wertschöpfung selbst geht an den Kommunen vorbei. Das muss nicht so sein.
Wer früh einen verständlichen Fahrplan bietet, Beteiligung organisiert und lokale Wertschöpfung sichert, gewinnt Vertrauen zurück und macht Tempo. Vor Ort lässt sich entscheiden, ob Erträge aus der Region abfließen – oder als Pacht, Beteiligung, günstigere Energietarife, Aufträge fürs Handwerk und Investitionen in Schulen, Vereine und Infrastruktur im Ort bleiben.
Der Werkraum richtet sich an Menschen aus Kommunen, Bürgerenergie-Initiativen, Stadtwerke und Zivilgesellschaft, die vor Ort die Energie- und Wärmewende gestalten und Wertschöpfung lokalhalten wollen. Bewerbt Euch gerne als Team über Sektorengrenzen hinweg. Denn lokale Energiewende gelingt nicht durch einen Beschluss, sondern durch Menschen, die sich verbinden und gemeinsam anpacken.
Der Werkraum passt zu Euch, wenn Ihr:
- ein konkretes Vorhaben rund um Energieerzeugung, Beteiligung, Sanierung oder Wärme in Eurer Kommune oder Region voranbringen wollt
- ein lokales Team über Sektorengrenzen hinweg (Verwaltung, Handwerk, Genossenschaft, Bürgerschaft, Politik) aufbaut
- in 12 Monaten Wandel vorantreiben wollt
Jetzt bewerben & dabei sein!
1. Erzeugung und Wertschöpfung lokal verankern: Wie bauen wir lokale Energieerzeugung so auf, dass Akzeptanz entsteht und Wertschöpfung im Ort bleibt?
2. Verbrauch senken – Effizienz und Sanierung als Gemeinschaftsaufgabe: Wie senken wir den Energie- und Wärmebedarf vor Ort so, dass alle davon profitieren – statt jede:r für sich allein vor der gleichen Komplexität zu stehen?
3. Wärmeversorgung umbauen – Dekarbonisierung der Wärme: Wie schaffen wir eine Wärmeversorgung, die langfristig trägt – technisch, finanziell und sozial?
Vorbilder
Die folgenden Felder zeigen, welche Bandbreite möglich ist. Sie sind keine Blaupausen, sondern Inspiration. Kreative eigene Ansätze sind ausdrücklich willkommen.
Stromnetz in Bürgerhand: wenn Bürger:innen das Energiesystem selbst übernehmen
Die EWS Elektrizitätswerke Schönau (Schwarzwald) sind aus Bürgerentscheiden entstanden, mit denen die Bevölkerung das lokale Stromnetz übernommen hat. Aus einer Bürger:inneninitiative wurde ein bundesweiter Ökostromanbieter, der seit Jahrzehnten zeigt: Energiewende von unten ist möglich – und sie skaliert.
Stadtwerk & Bürgergenossenschaft: Kommune und Bürger:innen Hand in Hand
In Wolfhagen (Hessen) tragen die BürgerEnergieGenossenschaft (BEG) und die Stadtwerke gemeinsam die Energieversorgung. Bürger:innen werden über Anteile am Stadtwerk und über gemeinsame Projekte beteiligt; ein Teil der Erlöse fließt in einen Energiesparfonds, mit dem die Kommune lokale Sanierungs- und Effizienzprojekte unterstützt. Wolfhagen zeigt, wie aus einer kleinen Stadt eine echte Bürgerenergie-Region werden kann.
Begleitet wird der Werkraum durch Bahne Carstensen, Leiter der Mission »Goal100«, und Oskar Schmieg vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V..
Goal100 ist eine Initiative aus dem Umfeld von ProjectTogether, die den Ausbau der Windenergie an Land in Deutschland transparent verfolgt und beschleunigen will – orientiert am Ziel von 115 GW bis 2030. Kernprodukt ist der Goal100 Monitor, ein Dashboard, das Planungs-, Genehmigungs- und Inbetriebnahme-Status nach Regionen auswertbar macht. Bahne bringt Erfahrung an der Schnittstelle von Energiepolitik, Datenanalyse und kommunaler Praxis mit.
Hinter Bahne und Oskar steht ein breites Netz an Unterstützer:innen – Fachexpert:innen, Unternehmer:innen, politische Akteur:innen und regionale Gestalter:innen –, die wir punktuell in die Arbeit im Werkraum einbeziehen können, mit ihren Expertisen, Netzwerken und Zugängen. Dazu zählen unter anderem Initiativen wie Initiative Klimaneutrales Deutschland e.V. und Koop Wind sowie verschiedene Landkreise und Kommunen.
Bewerbt Euch
Bei der Bewerbung geht es nicht darum, dass Euer Vorhaben ausgereift oder innovativer ist als andere. Vielmehr ist uns wichtig, dass Ihr motiviert seid, gemeinsam mit Eurer Gruppe an Lösungen zu arbeiten und voneinander zu lernen.
Anmeldeformular bis 31. Mai: Erzählt uns über Euer geplantes Vorhaben in unserem kurzen Anmeldeformular. Gerne bald, denn die zweite Bewerbungsrunde findet bereits im Mai statt.
Kennenlerngespräche 15. Mai bis 12. Juni: Wenn Euer Vorhaben überzeugt hat, laden wir Euch zu einem kurzen digitalen Kennenlernen ein. Dabei klären wir gegenseitige Erwartungen und offene Fragen.
Teilnahmebestätigung bis 16. Juni: Anfang Juni koordinieren wir die Zusammensetzung der Werkräume und geben Dir bis Bescheid, ob Du dabei bist.